Der Mythos von Langemarck vor 1919
Aus Geschichtspfad.de
Der Mythos über den heldenhaften Opfergang junger Soldaten, ausgelöst durch einen in fast allen deutschen Zeitungen abgedruckten Bericht der Obersten Heeresleitung, wurde anfänglich von bürgerlichen Schichten getragen, deren Kriegsbegeisterung erfüllt war vom Kampfeswillen für die "überlegene Kultur" Deutschlands. Die wilhelminische Generation von 1914 war fasziniert vom kriegerischen Leben. Bereits am ersten Jahrestag der Kämpfe bei Ypern veröffentlichten zahlreiche deutsche Zeitungen Artikel über den angeblichen Opfergang junger Soldaten, wobei unter anderem die Forderung nach einem "Langemarck-Tag" formuliert wurde. Das kriegerische Leben wurde damals erst durch den Opfergedanken heroisiert. Nach 1918 entfaltete sich der Langemarck-Mythos weiter und gab dem verlorenen Krieg nachträglichen Sinn.
Die erste "Langemarck-Feier" veranstalteten zwar noch 1919 ehemalige Angehörige des an der Ersten Flandernschlacht beteiligten XXVII. Reservekorps in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Gleichwohl entwickelte sich bald in Kreisen der Jugendbewegung und der Studentenschaft "Langemarck" schnell zum "Sinn- und Urbild jugendlicher Erhebung"
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